Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne;
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.
Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Friedrich HÖLDERLIN (1770 - 1843)

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READY FOR TAKEOFF?

Herzlichen Dank für die Glückwünsche
zu meinem 75. Geburtstag!
Behaltet Eueren Günther Vogelsang*)
in guter Erinnerung!

Heilbronn, 30. Juni 2013
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*)  ipse avis 
rara certe!

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Warum ich von Freunden und Familienmitgliedern "Milo" oder "Meilo" genannt werde?

Ich wurde im Dörflein Meilenhofen im Schuttertal, einem Seitental der Donau in den Ausläufern des Jura, geboren. Meilenhofen führt Gründung und Namen auf einen Milo (Milos Hof oder Höfe) in der späten Merowingerzeit (etwa ab 670, erste urkundliche Erwähnung allerdings erst 1194) zurück. Meilenhofen, das damals etwa 130 Einwohner in 20 Häusern hatte, war die erste Stelle meines Vaters als Dorflehrer und Schulleiter der einklassigen "Volksschule Meilenhofen" (alle Klassen, damals 8 Jahrgänge, wurden in einem Raum unterrichtet). Durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges blieb ich das einzige in Meilenhofen geborene Familienmitglied. Auch von meinen 126 beurkundeten, sämtlich im ehemaligen Königreich und jetzigen Freistaat Bayern geborenen, weiblichen und männlichen Altvorderen (6 Generationen) stammt ausnahmslos keine(r) aus Meilenhofen. Ich war also für die Familie und auch Freunde der Meilenhofener oder eben Milo. 
 
Wer mehr über meinen Geburtsort erfahren möchte, dem empfehle ich die Webseiten des Enkels des damaligen Dorfschmieds und Bienenzüchters und Sohnes eines meiner Schulkameraden Thomas Günthner
www.thomas-guenthner.de/  zu besuchen und/oder folgenden Artikel zu lesen: de.wikipedia.org/wiki/Meilenhofen_(Nassenfels) 
 
Mein zweiter Neckname, Ginka oder Ginga, der vor allem bei meinen späteren Schulfreunden vom Willibald-Gymnasium in Eichstätt noch gebräuchlich ist, leitet sich von meiner kindlichen Aussprache meines ersten Vornamens Günther ab. Wie meine Spezis dahinter gekommen sind, weiß ich nicht. Vermutlich hat ihnen eine Tante oder Großtante der "Daniela Vogelsberger" bei passender Gelegenheit einmal etwas gezwitschert.

Meilenhofen im Schuttertal

Meilenhofen um 1950, Blick vom Waldrand jenseits des Schuttertals im Süden, Öl auf Leinwand von Oswald BÖHME, Nassenfels, (ca. 60 x 40 cm², sign.: Os. Böhme-Tauber), restauriert 2011 von Sophie Richter. Im Eigentum der Privatsammlung G. Vogelsang, Heilbronn

 Meilenhofen 2001, Blick von der Biesenharder Höhe im Nordwesten, Tuschfederzeichnung von Siegfried SCHIEWECK-MAUK, Eichstätt. 
Originalblatt (ca. 21 × 30 cm², sign. u. dat.) im Eigentum der Privatsammlung G. Vogelsang, Heilbronn
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Hexametrische Elegie des alten Ödi    
  

Goldbraun verzehr ich zum Frühstück ein Toastbrot, bestrichen mit Butter.
Köstlich auch munden heut' morgen Café sowie Obstsaft.
Lese ich nun noch die Zeitung, dann ist das des Tagewerks Höh'punkt;
Alsodann spür' ich die Schwere des bleiernen Daseins,
Langweilig' gähnende Leere, den nutzlosen Abend des Lebens.
Das ist der Tag eines Alten, harrend der Nacht zu. 
 
Rheuma und Gicht plagen den alten und krummen Freund Adam,
Bluthochdruck macht ihm den herbstlichen Alltag zur Bürde.
Doch seine Ärzte, die freu'n sich, verdienen an Ihm goldne Nasen.
Auch manche Pillenhersteller bereichern sich weidlich.
Sei's denn, am Ende ins Gras dennoch beißen wir freilich wie alle
Mitnehmen können wir nichts, das ist so der Ablauf! 
 
Preise, o Greis, der Jugend die Jugend und Ihre Vergnügen!
Altersbeschwerden die kriegt auch der Tugendbold reichlich.
Was also hat ihm genutzt die tugendbeflissene Lebart?
Hat er darüber versäumt nicht die schönsten der Dinge?
Sinnenlust fröhne, so lehrt uns die Schule hedonischer Weisheit,
Glücklich der Alte, der in seiner Jugend so lebte

 
[Felix est et beatus / poëta (ca)laureatus / namque Cantus Avium / fecit hunc versiculum – A.D. MMIIX]

 Bella Blau meint dazu: "Ja, was denn? Ich bin fast 19 Katzenjahre alt geworden; das sind über100 Menschenjahre!  

Wenn du nicht alt werden willst, musst du jung sterben!"